Geschichte der FF Wittenau
Entstehung der Freiwilligen Feuerwehr Wittenau von Horst Kahm (1983)
Die erste Freiwillige Feuerwehr Typ B in Berlin - die Geschichte des Prototyps.
Die Freiwillige Feuerwehr Wittenau ist im Grunde genommen der Nachfolger der Freiwilligen Feuerwehr Reinickendorf-West, die am 15.08.1891 gegründet und am 29.02.1956 aufgelöst wurde.
Damals hieß es in den Entlassungsurkunden:
Die wirtschaftliche Entwicklung Berlins erfordert auch Änderungen für das Feuerlöschwesen, die dazu führten, dass die Freiwillige Feuerwehr Reinickendorf-West zum 29. Februar 1956 aufgelöst wird.

Nach der Auflösung der FF Reinickendorf-West trafen sich die Kameraden regelmäßig an jedem 2. Freitag im Monat in einem Lokal. Sogar einmal im Jahr und zwar immer zur Faschingszeit, mit den Frauen zu einem Eisbein essen. So wurde der Kontakt gehalten. Wenn ein Kamerad Hilfe brauchte, standen alle Anderen spontan zur Verfügung. Die ehemaligen Maschinisten der Berufswehr, welche auf Reinickendorf-West ihren Dienst versahen, waren immer mit von der Partie. So wurden bei den Treffen sehr viele fachliche Gespräche geführt. Zu unserem Glück hatte der Kollege Kurt Mollenhauer, der dann bei der Berliner Feuerwehr der Abt. III angehörte, über die neusten Geräte und Anschaffungen berichten können. Das Interesse war weiterhin immer sehr groß. Bei einem Treffen erzählte unser Kurt Mollenhauer von dem Gedanken der Berliner Feuerwehr, den Katastrophen-Schutz aufbauen zu wollen. Die Frage war zu klären, wie Leute für diese Aufgabe gewonnen werden. Kurt erinnerte die Branddirektion an die ehemaligen "Reinickendorf Westler", die sich weiterhin monatlich treffen.
Schon beim ersten Gespräch mit ihm, schließlich war er der Vermittler zwischen der Branddirektion und uns, war helle Begeisterung für die neue Aufgabe. Da man noch keine rechte Vorstellung vom Werdegang hatte, wurde der ehemalige Brandmeister der Wehr Fritz Leschner und ich vorgeschlagen, mit dem Branddirektor ein Gespräch zu führen.
Nachdem die Branddirektion von unserer Einsatzbereitschaft überzeugt war, wurden Mittel und Wege gesucht , einer Freiwilliegen Feuerwehr auf einer Berufswache gerecht zu werden. Es mussten Gespräche mit dem Senat und den Alliierten geführt werden.

Eines Tages war es soweit, dass alle Intressenten eine Einladung ins Direketionsgebäude bekamen. Nicht nur die Kameraden der ehemaligen "Reinicknedorf-Wester" waren erschienen. Die nächste Generation, Söhne der Kameraden, waren mit angetreten. Sie kannten die FF Reinickendorf-West, die immerhin über 15 Jahre aufgelöst war, noch als kleine Kinder. Von den "ehemaligen" erfüllten noch vier die Voraussetzungen (bezogen auf das Alter der Person) für die Wiedereinstellung, sodass am 07.02.1972 die Einkleidung erfolgen konnte. Anschließend wurden uns (immerhin wir waren 7 Mann) vom Landesbranddirektor, Herrn Seidel, die Ernennungsurkunden ausgehändigt. Wir wzurden zwar der Freiwilligen Feuerwehr Frohnau zugeteilt, unser Sitz wurde aber die Berufswache Wittenau. Man entschloss sich zu dieser Lösung, weil die rechtlichen Probleme noch nicht restlos geklärt waren.
Unser Funkrufname war somit:
Florian 82 A
Dieser Funkname löste beim Ausnahmezustand am 12/13 November 1972 in der Leitstelle verwirrung aus, weil wir kjetzt unsere ersten "Alarme" fahren durften. Da wir zu dieser Zeit noch keinen Fahrzeugführer hatten, waren wir auf fremde Hilfe angewiesen. Der Kamerad Reiner Lößner, erklärte sich bereit uns zu unterstützen. So wurden nach und nach die einzlenen Lehrgänge absolviert und vom Kameraden Lößner die ersten Übungen auf dem Übungsgelände in Heiligensee organisiert.
Anfangs 1973 kam nun der Kamerad Sange als Fahrzeugführer zu uns, da er von Heiligensee ins Märkische Virtel umgezogen war. So war nun die "Freiwillige Feuerwehr Reinickendorf, Reserve-Abteilung Frohnau" endlich komplett. Am 19.04.1973 wurde nun ganz offiziell die Freiwillige Feuerwehr Wittenau
FF 144
in Dienst gestellt.
An diesem Tage hatten alle Angehöriger der FF 144, es waren inzwischen schon 15, die Seletiv-Rufempfänger erhalten. Die Feuerwehr hatte von diesem Tag an eine Löschgruppe mehr, die über Funk jederzeit erreichbar ist und getreu dem Wahlspruch
Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr
zum Wohle der Bürger Berlins gerne ihre freiwillig übernommende Pflichten erfüllt


